Verluste nach der Besatzung und des Kriegs im Irak

Am 31. August 2010 hat US-Präsident Barack Obama den Kampfeinsatz im Irak nach siebeneinhalb Jahren für beendet erklärt. Auf eine Siegeserklärung verzichtete er dabei.

Mit gutem Grund. Denn die Streitkräfte der USA lassen ein Land zurück, das politisch instabiler ist als es zu Zeiten Saddam Husseins je war – nichts funktioniert mehr richtig, Terroranschläge sind praktisch an der Tagesordnung, eine stabile, geschweige denn wirklich demokratische, Regierung nicht in Sicht.

soldat im irak mit sonnenuntergang © flickr/The U.S. Army

Quo vadis Irak? © flickr/The U.S. Army

Kleine Statistik zu den Verlusten während des Krieges und der Besatzung im Irak

Einen Grund dafür liefert die Statistik dieses Krieges: Seit der Invasion der “Koalition der Willigen” in meinem Heimatland am 20. März 2003 – ohne offizielle Kriegserklärung, das sei noch an dieser Stelle noch einmal erwähnt – kamen laut Iraq Coalition Casualty Count (Website) 4.734 Soldaten der Invasoren (darunter 4.416 US-Amerikaner) ums Leben. Die Zahl der getöteten irakischen Soldaten und Polizeikräfte ist mit 9.673 mehr als doppelt so hoch.

Zivilisten: Die Verlierer des Krieges USA – Irak

Geradezu verheerend ist aber vor allem die Zahl der ums Leben gekommenen Zivilisten. Wirklich exakte Daten gibt es zwar nicht, die Statistiker von Opinion Research Business gehen aber davon aus, dass zwischen März 2003 und August 2007 zwischen 946.000 und 1.120.000 meiner Landsleute ums Leben gekommen sind. Und die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore schätzt, dass 2,5 % der Gesamtbevölkerung in dem Konflikt ihr Leben gelassen haben.

Dies ist keine Entschuldigung, sehr wohl aber eine Erklärung dafür, warum die Radikalislamisten von Al-Qaida und anderer Gruppierungen das Land in Chaos und Terror stürzen. Dass die US-Truppen den Irak jetzt verlassen, macht viele meiner Landsleute wütend: Es entsteht der Eindruck, dass sie uns mit Problemen alleine lassen, die sie erst verursacht haben.

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