Kurdistan ist ein Siedlungsgebiet, das sich über die Länder Türkei, Syrien, Irak, Iran und ein bisschen Armenien erstreckt. Die Kurden sind also das größte Volk ohne Land, und überall eine Minderheit.
Traditionell sehen sich Kurden nicht als Nation, sondern als Stammesangehörige, die durchaus auch Krieg gegen andere Kurden führen können. Ein kurdisches Nationalbewusstsein gibt es erst seit dem 20. Jahrhundert, eine intellektuelle Sichtweise, die nicht unbedingt mit den traditionellen Selbstverständnis konform ging.
Kurden und ihre Geschichte im Nahen Osten
Nach dem Ersten Weltkrieg hätten die Kurden fast ihr eigenes Land gehabt. Ein Abkommen zwischen der Türkei und Großbritannien sollte einen kurdischen Staat ermöglichen. Mustafa Kemal, Atatürk, war jedoch die Wahrung der Staatsgrenzen wichtiger. Und Großbritannien wollte die Ölvorkommen im britisch regierten Irak. Ein kurdischer Staat hätte da nur gestört.
Im Zweiten Weltkrieg hatten die UdSSR Teile des Iran unter ihre Kontrolle gebracht, und sie förderten die Unabhängigkeit der Kurden. Auch sie wollten das Erdöl, allerdings das im Iran. Dadurch gab es einen kurdischen Staat. Doch 1946 zog sich die UdSSR zurück, und das Gebiet gehörte wieder den Iranern.
Kurden und der Irak
Der Irak war 1958 der einzige Staat, der den Kurden nationale Rechte zugestand. Doch schon in den 70er Jahren begann eine Vernichtungsaktion, die mit Umsiedlung und Vertreibung, Bombardierungen und Arabisierung begann und bei Giftgas nicht haltmachte. Folterungen, Gefangennahmen, Deportationen und sogar Massenbegräbnisse bei lebendigem Leibe wurden in den 80er Jahren durchgeführt. So wurden 90% der kurdischen ländlichen Regionen ausgelöscht. Erst die Amerikaner befreiten die Kurden und schufen eine Schutzzone zum Wiederaufbau. Wie geht es weiter, wenn die Kurden ab 2011 wieder auf sich gestellt sind?
[Bild:kurdische flagge © flickr/Kurdistan KURD كوردستان كردستان ا]