Archive for category Leben
Kurdistan – ein Gebiet ohne Grenzen
Posted by admin in Leben, Zwischen den Fronten on July 12, 2010
Für mich ist Kurdistan ist eines der interessantesten Regionen der Welt. Es erstreckt sich über vier Länder, die Türkei, den Iran, den Irak und Syrien und wird vor allem durch die gemeinsame Ethnie der Bewohner definiert. Wirkliche Landesgrenzen oder gemeinsame Gesetze hat das Großgebiet aber nicht, da es sich trotz vieler Bestrebungen nie zu einem einheitlichen Nationalstaat zusammenfinden konnte. Erfolge hat es aber dennoch erringen können.

© flickr/Kurdistan KURD كوردستان كردستان ا
Die Geschichte Kurdistans ist ein Kampf um Autonomie
Eine Ethnie der Kurden umfasst Menschen, die durch ihre Kultur, Geschichte, Tradition und ein Territorium, vor allem aber ein Zusammengehörigkeitsgefühl miteinander verbunden sind. Die Kurden teilen eine lange und turbulente Vergangenheit. Zum ersten Mal geteilt wurde die Region schon im Jahr 1639. Heute unterscheidet man zwischen Nord- Süd- und Ostkurdistan.
Nachdem Teile Kurdistans zwischenzeitlich sogar das Recht auf Selbstbestimmung zugesprochen bekamen und andere sich kurzzeitig zur Republik erklärten, schaffte es Kurdistan erst im Jahr 1970 einen einheitlichen politischen Staat herauszubilden.
Die Autonome Region Kurdistan
Die sogenannte Autonome Region Kurdistan liegt im Norden Iraks und hat sich inzwischen zu einem fast vollwertigen Staat mit eigenem Parlament, eigener Verwaltung und sogar eigener Nationalhymne und Flagge entwickelt. Leider ist sie aber bis heute nicht international anerkannt und bleibt Teil des Iraks.
Kurdistans brisante strategische Lage
Wie ihr auf der Weltkarte seht, hat Kurdistan eine geografisch besonders heikle Lage. Großteile des irakischen Ölvorkommens fallen nämlich unter das Gebiet der Autonomen Region Kurdistan. Mich würde es nicht wundern, wenn es zu einer Zusammenarbeit Kurdistans mit den USA beim Vorgehen im Irak käme. Diese würde der USA bei ihrem Militäreinsatz und der Autonomen Region Kurdistan bei ihren Unabhängigkeitsbestrebungen helfen.
Von Persien zum Iran
Posted by admin in Leben, Zwischen den Fronten on July 6, 2010
Die Geschichte Persiens beginnt bereits in der Zeit vor Jesus Christus und ist so umfangreich, dass man sie nicht nur mit wenigen Wörtern beschreiben kann. Beschränken wir uns darum auf die heutige Geschichte des Irans.
Diese Geschichte beginnt in den 20er Jahren des 19. Jahrhundert. Im Jahre 1925 ließ sich der Armeeoffizier Resa Khan zum Schah wählen, nannte sich von nun an Resa Schah Pahlevi und benannte Persien in Iran um. Er versuchte nach dem Ende des 1. Weltkrieges zu einem unabhängigen und modernen Staat aufzubauen. Im Jahr 1941 wurde der Schah durch sowjetische und britische Besatzungstruppen gezwungen sein Amt niederzulegen, da er sich dem nationalsozialistischen Deutschland angenähert hatte. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Mohammed Resa Pahlevi.
Persien / Iran | Nach dem zweiten Weltkrieg
Anfang der 50er Jahre musste der Schah aufgrund einer starken antiwestlichen und antibritischen Bewegung durch den Premierminister Mossadegh in der Erdölfrage das Land verlassen. Erst nach dem Sturz des Premierministers im Jahre 1953 konnte der Schah zurückkehren.
1963 fand im Iran die sogenannte “weiße Revolution” statt, in deren Zug viele soziale und wirtschaftliche Reformen nach westlichem Vorbild durchgeführt wurden. Dazu gehörten unter anderem die Bildung landwirtschaftlicher Genossenschaften, die Gewährung politischer Rechte für Frauen und der Ausbau des Gesundheitswesens. Die Orientierung an den westlichen und britischen Vorbildern sorgte innerhalb des Landes für Proteste und Massenkundgebungen, die in vielen Fällen sogar mit Waffengewalt unterdrückt wurden.
Von Persien zum Iran qua Revolution
Auch wirtschaftlich und politisch orientierte sich der Schah am Westen und baute seine wirtschaftlichen Beziehungen und politischen Bindungen zu Großbritannien und Deutschland aus. Das Volk des Schahs bildete nun immer häufiger Protestgruppen und die schiitischen Geistlichen gingen sogar soweit, das Ganze als eine Vernachlässigung islamischer Werte zu bezeichnen. Der staatliche Geheimdienst des Schahs versuchte diese Entwicklung durch zahlreiche Verhaftungen zu unterdrücken.
Im Februar 1979 konnte der Schah den Protesten keinen Widerstand mehr leisten und verließ das Land. Der im Exil lebende Führer der Revolution, Ayatollah Ruhollah Khomeini, rief die islamische Republik Iran aus und das Land würde nach dem islamischen Fundamentalismus gestaltet. Dieses führte gleichzeitig dazu, dass die westlichen Länder sich nach und nach vom Iran zurückzogen und ihre wirtschaftlichen und politischen Kontakte abbrachen. Auch mit den benachbarten Staaten kam es seit dem immer wieder zu Streitigkeiten. Im Falle des Iraks kam es in diesem Fall sogar zu einem 8 Jahre dauernden Krieg zwischen Irak und Iran, welcher aber vom Irak ausging.
[IMG © flickr/BlatantNews.com]