Archive for category Leben

Friedensgespräche Israel und Palästina

Da ich selbst aus dem Nahen Osten komme, beobachte ich die Friedensgespräche zwischen Israel und Palästina in Washington mit ganz besonderen Augen. Vor allem wenn man selbst einen Krieg indirekt miterlebt hat, weiß man, dass es kaum wichtigere Dinge gibt als Frieden.

Westjordanland © wikipedia.de/TzzzpfffObwohl ich eine Einigung nach acht gescheiterten großen Verhandlungen zwischen den beiden Parteien seit 1979 nicht unbedingt für sehr wahrscheinlich halte, wünsche ich den Menschen in Israel und Palästina natürlich nichts mehr als dass sie ihren lang ersehnten Frieden endlich bekommen und ohne Angst durch die Straßen gehen können.

Friedensgespräche Israel und Palästina | Zweistaaten-Lösung?

US-Präsident Obama schlägt eine Zweistaatenlösung vor. Meiner Einschätzung nach ist eine Einigung auf diese Lösung in den letzten Wochen aber sogar noch unrealistischer geworden. Palästina und vor allem Israel geht es wirtschaftlich derzeit besser als seit Langem. Beide Parteien sehen im Frieden daher wohl eher Kosten als Profit.

Als ehemaliger Iraker frage ich mich daher, ob die USA es überhaupt ernst meinen mit ihrer Gesprächseinladung oder einen anderen Hintergedanken haben. Erst vor wenigen Tagen haben die letzten US-amerikanischen Truppen den Irak verlassen. Die Frage, ob die USA derzeit nur versuchen davon abzulenken, dass sie die Menschen im Irak im Stich gelassen haben, muss erlaubt sein.

Friedensgespräche werden ein Jahr dauern

Die US-amerikanische Außenministerin erklärte die Friedensgespräche seien zunächst auf 1 Jahr befristet. Ich hoffe ich irre mich und sie enden nicht schon viel früher. Dass kurz vor dem Beginn der Gespräche durch einen Anschlag der Hamas im Westjordanland wieder einmal unschuldige Menschen ihr Leben verloren haben, macht mir alles andere als Hoffnung.

Der Spiegel sieht das ganze Szenario trotz der Geschichte etwas positiver…

[Bild:Westjordanland © wikipedia.de/Tzzzpfff]

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Verluste nach der Besatzung und des Kriegs im Irak

Am 31. August 2010 hat US-Präsident Barack Obama den Kampfeinsatz im Irak nach siebeneinhalb Jahren für beendet erklärt. Auf eine Siegeserklärung verzichtete er dabei.

Mit gutem Grund. Denn die Streitkräfte der USA lassen ein Land zurück, das politisch instabiler ist als es zu Zeiten Saddam Husseins je war – nichts funktioniert mehr richtig, Terroranschläge sind praktisch an der Tagesordnung, eine stabile, geschweige denn wirklich demokratische, Regierung nicht in Sicht.

soldat im irak mit sonnenuntergang © flickr/The U.S. Army

Quo vadis Irak? © flickr/The U.S. Army

Kleine Statistik zu den Verlusten während des Krieges und der Besatzung im Irak Read the rest of this entry »

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Dschalal Talabani: Derzeitiger Präsident des Irak

Nachdem der Irak vor ein paar Jahren noch das Nachrichtenthema Nummer eins in nahezu allen Medien war, ist es in letzter Zeit doch merklich stiller um das Land geworden. Vor allem nachdem sich die USA etwas  aus dem Land zurückgezogen haben.

Jalal_Talabani © wikipedia.de / DuesentriebAls wir im Freundeskreis vor kurzem mal auf das Thema Irak zu sprechen gekommen sind, fragte ich mich, wer eigentlich gerade der Präsident des Irak ist und wie sein Lebenslauf aussieht, schließlich ist das ein Amt, um das ihn sicher kaum jemand beneidet.

Von Saddam Hussein zu Dschalal Talabani: Präsident des Irak

Tatsache ist, dass die USA nach dem Sturz von Saddam Hussein die politische Neuordnung des Landes in die Wege leiteten und auch stark beeinflussten. Nachdem zunächst Ghazi al-Yawar als Übergangspräsident eingesetzt wurde, fanden im Januar 2005 die ersten freien und allgemeinen Wahlen seit 4 Jahrzehnten statt.

Neuer Präsident des Irak wurde der damals 72-jährige Kurde Dschalal Talabani.

Sein Lebenslauf liest sich doch deutlich anders als der eines westlichen Staatsoberhauptes, wie ich finde. Er studierte Rechtswissenschaften, engagierte sich früh in Parteien und nahm auch an politischen Revolten gegen frühere Staatsoberhäupter teil.

1975 gründete der heutige Präsident des Irak in West-Berlin mit anderen kurdischen Politikern die Partei PUK und verbündete sich mit dem Iran, wohin er später auch floh, als die irakische Regierung 1988 chemische Waffen gegen die kurdische Bevölkerung im Nordirak einsetzte. 1991 beteiligte er sich aktiv am Bürgerkrieg im kurdischen Teil des Irak, bevor er 2005 mit großer Mehrheit und ohne Einfluss der USA zum Präsident des Irak gewählt wurde.

Mehr über seine Vorstellungen kann man im NZZ-Interview nachlesen.

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Erdölentstehung | Abiotische Entstehung?

Wie entsteht Erdöl? Auf biologischem Weg oder vielleicht doch abiotisch? Die überwiegende Mehrheit der Wissenschaftler vertritt die Meinung, das Erdöl wie folgt entstanden ist:

Abgestorbenes Plankton sinkt auf den Meeresboden. Dort wird es im Laufe der Zeit von Sedimenten überlagert. Je stärker die Sedimentschicht wird, umso tiefer sinkt das abgestorbene Plankton ab. Durch das Absinken wird das abgestorbene Plankton einem immer größerem Druck und immer höheren Temperaturen ausgesetzt.

oelförderungs bohrturm im wasser

Erdöl – Entstehungsweise der bisherigen Idee Read the rest of this entry »

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Obama bringt Hoffnung in den Irak

Das amerikanische Staatsoberhaupt besuchte letztes Jahr zum ersten Mal als Präsident den Irak und leitete damit den Weg für ein sicheres und unabhängiges Land ein. Die Tatsache, dass Obama im Irak zu Besuch war, soll aber auch zeigen, wie wichtig ihm die Lösung des Konflikts ist.

US Soldat im Irak © flickr/ The U.S. Army

Obama verspricht im Irak den baldigen Truppenabzug

Als Barack Obama im Irak war, brachte er vor allem Worte mit, die bei vielen für Erleichterung sorgten. Die amerikanischen Truppen würden bis Ende 2010 abgezogen und die irakische Regierung solle fortan für Sicherheit und Ordnung im Land sorgen. Gleichzeitig aber warnte er vor schwierigen Aufgaben, die das U.S. Militär in der nächsten Zeit noch erfüllen müsse.

Was machte Obama im Irak?

Neben dem Besuch des Militärstützpunkts Camp Victory, wo er begeistert von den U.S. Soldaten empfangen wurde, sprach der Präsident der USA Barack Obama im Irak auch mit dem Ministerpräsidenten und dem Staatspräsidenten über die politische Zukunft Iraks. Wann Barack Obama wieder im Irak sein wird, ist noch nicht abzusehen, um dauerhaften Frieden zu sichern, wird seine Präsenz im Krisengebiet allerdings weiterhin notwendig sein.

Obamas widersprüchliche Friedenspolitik

Der Irakkrieg begann im Jahr 2003 an und kostete bist heute Tausenden von Irakern und U.S. Amerikanern das Leben. Er sorgte von Anfang an für heftige Kritik, auch beim damaligen Senator Obama.

Sicherlich war Barack Obama im Irak, um den vielen Kriegsgegnern zu signalisieren, dass mit ihm Frieden kommt. Das lenkt aber nicht von der Tatsache ab, dass er mit der Truppenaufstockung in Afghanistan weitere U.S. Soldaten in Gefahr bringt. Meiner Meinung nach sollte er einen einheitlichen friedlichen Weg fahren, um sich dem Friedensnobelpreis als würdig zu erweisen.

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Der Irakische Dinar – eine sichere Währung in Krisenzeiten

In einem von Kriegen und Machtkämpfen gebeutelten Land sticht der Irakische Dinar als Fels in der Brandung heraus. Seine Einführung und Entwicklung zeigen uns eine andere, hoffnungsvollere Seite des Irak.

früherer dinar schein - geld im irak © flickr/Brymo

Die Geschichte eines instabilen Landes

Die Währung im Irak ist seit 1932 der Irakische Dinar. Damals wurde er von Großbritannien ausgehändigt, welches nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches die Mandatsmacht über das Gebiet bekam. Damit ersetzte der Irakische Dinar die Indische Rupie.

Nach dem zweiten Golfkrieg und der damit einhergehenden Wirtschaftsblockade konnte die bis dahin gebrauchte Schweizer Drucktechnik nicht mehr angewandt werden und die Qualität der Banknoten sank immer mehr. Es war also nur noch eine Frage der Zeit bis neue Währung ausgehändigt werden musste. Read the rest of this entry »

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Kurdistan – ein Gebiet ohne Grenzen

Für mich ist Kurdistan ist eines der interessantesten Regionen der Welt. Es erstreckt sich über vier Länder, die Türkei, den Iran, den Irak und Syrien und wird vor allem durch die gemeinsame Ethnie der Bewohner definiert. Wirkliche Landesgrenzen oder gemeinsame Gesetze hat das Großgebiet aber nicht, da es sich trotz vieler Bestrebungen nie zu einem einheitlichen Nationalstaat zusammenfinden konnte. Erfolge hat es aber dennoch erringen können.

Kurdische Flagge © flickr/Kurdistan KURD كوردستان كردستان ا

Die Geschichte Kurdistans ist ein Kampf um Autonomie

Eine Ethnie der Kurden umfasst Menschen, die durch ihre Kultur, Geschichte, Tradition und ein Territorium, vor allem aber ein Zusammengehörigkeitsgefühl miteinander verbunden sind. Die Kurden teilen eine lange und turbulente Vergangenheit. Zum ersten Mal geteilt wurde die Region schon im Jahr 1639. Heute unterscheidet man zwischen Nord- Süd- und Ostkurdistan.

Nachdem Teile Kurdistans zwischenzeitlich sogar das Recht auf Selbstbestimmung zugesprochen bekamen und andere sich kurzzeitig zur Republik erklärten, schaffte es Kurdistan erst im Jahr 1970 einen einheitlichen politischen Staat herauszubilden.

Die Autonome Region Kurdistan

Die sogenannte Autonome Region Kurdistan liegt im Norden Iraks und hat sich inzwischen zu einem fast vollwertigen Staat mit eigenem Parlament, eigener Verwaltung und sogar eigener Nationalhymne und Flagge entwickelt. Leider ist sie aber bis heute nicht international anerkannt und bleibt Teil des Iraks.

Kurdistans brisante strategische Lage

Wie ihr auf der Weltkarte seht, hat Kurdistan eine geografisch besonders heikle Lage. Großteile des irakischen Ölvorkommens fallen nämlich unter das Gebiet der Autonomen Region Kurdistan. Mich würde es nicht wundern, wenn es zu einer Zusammenarbeit Kurdistans mit den USA beim Vorgehen im Irak käme. Diese würde der USA bei ihrem Militäreinsatz und der Autonomen Region Kurdistan bei ihren Unabhängigkeitsbestrebungen helfen.

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Von Persien zum Iran

Die Geschichte Persiens beginnt bereits in der Zeit vor Jesus Christus und ist so umfangreich, dass man sie nicht nur mit wenigen Wörtern beschreiben kann. Beschränken wir uns darum auf die heutige Geschichte des Irans.

Ayatollah Ruhollah Khomeini © flickr/BlatantNews.com Diese Geschichte beginnt in den 20er Jahren des 19. Jahrhundert. Im Jahre 1925 ließ sich der Armeeoffizier Resa Khan zum Schah wählen, nannte sich von nun an Resa Schah Pahlevi und benannte Persien in Iran um. Er versuchte nach dem Ende des 1. Weltkrieges zu einem unabhängigen und modernen Staat aufzubauen. Im Jahr 1941 wurde der Schah durch sowjetische und britische Besatzungstruppen gezwungen sein Amt niederzulegen, da er sich dem nationalsozialistischen Deutschland angenähert hatte. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Mohammed Resa Pahlevi.

Persien / Iran |  Nach dem zweiten Weltkrieg

Anfang der 50er Jahre musste der Schah aufgrund einer starken antiwestlichen und antibritischen Bewegung durch den Premierminister Mossadegh in der Erdölfrage das Land verlassen. Erst nach dem Sturz des Premierministers im Jahre 1953 konnte der Schah zurückkehren.

1963 fand im Iran die sogenannte “weiße Revolution” statt, in deren Zug viele soziale und wirtschaftliche Reformen nach westlichem Vorbild durchgeführt wurden. Dazu gehörten unter anderem die Bildung landwirtschaftlicher Genossenschaften, die Gewährung politischer Rechte für Frauen und der Ausbau des Gesundheitswesens. Die Orientierung an den westlichen und britischen Vorbildern sorgte innerhalb des Landes für Proteste und Massenkundgebungen, die in vielen Fällen sogar mit Waffengewalt unterdrückt wurden.

Von Persien zum Iran qua Revolution

Auch wirtschaftlich und politisch orientierte sich der Schah am Westen und baute seine wirtschaftlichen Beziehungen und politischen Bindungen zu Großbritannien und Deutschland aus. Das Volk des Schahs bildete nun immer häufiger Protestgruppen und die schiitischen Geistlichen gingen sogar soweit, das Ganze als eine Vernachlässigung islamischer Werte zu bezeichnen. Der staatliche Geheimdienst des Schahs versuchte diese Entwicklung durch zahlreiche Verhaftungen zu unterdrücken.

Im Februar 1979 konnte der Schah den Protesten keinen Widerstand mehr leisten und verließ das Land. Der im Exil lebende Führer der Revolution, Ayatollah Ruhollah Khomeini, rief die islamische Republik Iran aus und das Land würde nach dem islamischen Fundamentalismus gestaltet. Dieses führte gleichzeitig dazu, dass die westlichen Länder sich nach und nach vom Iran zurückzogen und ihre wirtschaftlichen und politischen Kontakte abbrachen. Auch mit den benachbarten Staaten kam es seit dem immer wieder zu Streitigkeiten. Im Falle des Iraks kam es in diesem Fall sogar zu einem 8 Jahre dauernden Krieg zwischen Irak und Iran, welcher aber vom Irak ausging.

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